NABU Altkreis Münden lädt zum Filmabend ein

Masuren
Natur und Kultur erleben in Nordost-Polen

Wo:         Hann. Münden, Rittersaal im Welfenschloss
Wann:    Donnerstag 25. Oktober 2018 um 19.30 Uhr

Werner Rohlmann – Natur-und Dokumentarfilmer – präsentiert an diesem Abend seinen
neuesten Film.
Zu den schönsten und in ihrer Ursprünglichkeit einmaligen Landschaften gehört ohne Zweifel in Polen das ehemalige Ostpreußen und dort insbesondere Masuren, das Land der stillen Seen und dunklen Wälder, Rückzugsgebiete für Wisente, Wölfe, Wildpferde und viele andere seltene Tierarten.
Bei unserer Ankunft in Polen südlich von Masuren beginnt im Frühjahr der Vogelzug gen
Norden. In einem der größten und weitgehend naturnahen Flusstäler Europas, an Narew und Biebrza rasten tausende Vögel, die dann aufgetankt nach Skandinavien weiter ziehen. In den mit Sumpfdotterblumen übersäten Wiesen bieten Grünfrösche, Kreuzkröten, Wechselkröten und Unken ein symphonisches Konzert der Extraklasse.
Meist nahtlos fügt sich die ursprüngliche Wildnis in die umgebende Kulturlandschaft ein, die dank der vorwiegend kleinbäuerlichen-extensiven Nutzung in weiten Teilen ihre Natürlichkeit bewahren konnte.
Ein wahrer Höhepunkt ist unsere Kanutour auf dem Krutynia-Fluss in Masuren. Hier
beobachten wir Eisvögel beim Fischen. Am Ufer von Bibern gefällte Espen geben dem Fluss einen Urwaldcharakter. Über uns in den Weiden bauen Beutelmeisen emsig an ihren
beutelförmigen Nestern und auf einer kleinen Flussinsel spielen junge Fischotter.
In Masuren finden wir nicht nur unberührte Natur, Masuren bietet auch kultur-historisch
wahre Schätze. Wir besuchen in Swieta Lipka (Heiligelinde), die Wallfahrtskirche. Der
Innenraum ist ein Meisterstück des barocken Illusionismus. Die Marienburg, der größte
Backsteinbau Europas, erbaut im 13. Jahrhundert vom Deutschen Orden.
Über holpriges Pflaster geht es weiter zum Oberländerkanal. Mit guter, alter deutscher
Technik werden Schiffe fünf mal auf eine Lore geladen und mit dem Seil gezogen, um auf
diese Weise die Schiefen Ebenen zu überwinden.
Die Wolfsschanze, Hitlers Hauptquartier, zieht jährlich mehr als 300 000 Touristen an, ein Ort mit dunkler Vergangenheit, heute ein ideales, frostsicheres Winterquartier für Fledermäuse. Am Ende übernimmt die Natur, was der Mensch hinterlassen hat.
Anlässlich des 25 jährigen Bestehens der Deutschen Minderheit wird in Bischofsburg nach
altem Brauch mit Musik und Tanz gefeiert.
Wir sind unterwegs in der Puszcza Borecka, (Borkener Wald). Hier wurden Wisente aus dem Bialowieza Nationalpark ausgewildert. Ein wahrhaft erhabener Anblick, wenn die bis zu 1000kg schweren Kolosse mit zotteligem Fell und mächtigem Schädel durch die Wälder ziehen.
Elche, ein Wolfsrudel und Luchse kreuzen unseren Reiseweg.
In einer alten Buche über uns füttert ein Schwarzstorch seinen Nachwuchs. Unser nächstes Ziel, das Storchendorf
Zywkowo. Hier gibt es doppelt so viel Storchennester wie Einwohner. Im Gebiet an der
russischen Grenze blühende Wiesen, ein Schlaraffenland für Insekten. Davon profitieren auch die farbenprächtigsten Vögel Europas, die Bienenfresser.
Pittoreske Bauernarchitektur in der Weichselniederung. Es ist eine Verquickung von polnischer und niederländischer Architekturtradition. Wir machen einen Abstecher nach Danzig, gehen auf Entdeckungstour. Das Herz des alten Danzig bildet der Lange Markt mit den repräsentativsten Bauten. Leba an der Ostsee, eine alte Fischersiedlung, heute ein moderner Badeort, der viele Touristen anlockt. Von Leba starten wir unsere Wanderung durch den Slowinski Nationalpark.
Über mehrere Kilometer erstrecken sich die bis zu 45 m hohen Wanderdünen.
Dann geht es zurück in die Wälder von Masuren. Es ist Paarungszeit beim Rotwild. Das
Röhren vom Brunftplatz ist unüberhörbar. Der Herbst hält Einzug. Zigtausend Kraniche aus dem Baltikum und Skandinavien legen hier in Masuren einen Zwischenstopp ein, bevor es in den warmen Süden geht. Auch wir treten die Heimreise an.
Dieser Film ist in 5 Jahren Drehzeit entstanden.

Filmausschnitt ist unter http://www.wero-naturfilm.de zusehen.
Facebook: Werner Rohlmann
Auszeichnungen:
1. Preis „Goldener Schmetterling“ – Bundesfilmfestival Natur
2. Preis und Publikumspreis – Nieders. Autoren-Film-Festspiele Nord

VVK: http://www.wero-naturfilm.de/tickets | W. Rohlmann, Tel. 05502-944073
Buchhandlung Winnemuth Burgstraße 43-45, 34346 Hann. Münden
Erw. 9,00 €, ermäßigt 8,00 € (Schüler/NABU-Mitglieder)
Abendkasse: 10,00 €, ermäßigt 9,00 € (Schüler/NABU-Mitglieder)
Kinder bis 12 Jahre Eintritt frei

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Sieben Schwalbennester zieren Fassade von Einfamilienhaus

„Sieben Schwalbennester – und alle sind wieder besetzt“, darüber freut sich Jürgen Schulz aus dem Staufenberger Ortsteil Lutterberg. Seit etwa zehn Jahren brüten Mehlschwalben an seiner Hausfassade. Neben drei fertigen Doppelnestern haben die Kolonienbrüter jüngst noch ein selbstgebautes Nest bezogen. Und das Doppelnest, das Jürgen Schulz zusammen mit der Auszeichnung für sein schwalbenfreundliches Haus aus den Händen von Britta Waldmann (NABU Altkreis Münden) erhielt, will der Lutterberger im Herbst für die nächste Brutsaison anbringen.

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Möchten auch Sie an der Aktion „Schwalben willkommen“ des NABU Niedersachsen teilnehmen? Dann bewerben Sie sich jetzt!

 

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Rückblick auf die Exkursion „Orchideen und Beweidung“ am 3.6.2018

Orchideen sind die Diven unter den Pflanzen. Nicht nur, dass sie an ihren Standort pingeligste Ansprüche stellen – sie sind auch eng an Witterungseinflüsse geknüpft.

Zahlenmäßig ist 2018 kein besonders „bombastisches“ Orchideenjahr. Da haben auch wir schon bessere Jahre erlebt. Es ist aber gerade in einem solchen Jahr mit trockenem Frühjahr erfreulich, dass sich heute 8 verschiedene Orchideenarten bei unserer Exkursion präsentiert haben. Ja, das Pflegegebiet des Vereins ist eher klein. Es ist von der Ausdehnung her beispielsweise nicht zu vergleichen mit dem Kerstlingeröder Feld. Aber gerade auch diese kleinen floristischen und faunistischen Schatzkästchens bergen wahre Kleinodien und sind ungemein erhaltenswert.

Die heutigen Teilnehmer konnten auf dem Rundweg im wahrsten Sinne des Wortes eintauchen in die Geschichte des Bahndamms und seine wechselvolle Geschichte. Welche Pionierleistung muss die Erstellung dieser historischen Bahntrasse gewesen sein. In einer Zeit, in der Menschen mit einfachsten Geräten unvorstellbare Erdbewegungen geleistet haben, entstand diese Kulturlandschaft bei Ossenfeld – einem kleinen Ort zwischen Dransfeld und Göttingen. Von außen weist nicht viel auf die Besonderheit des Gebietes hin. Seit Jahren bedauern wir, dass es kein Schild gibt, das darauf hinweist, dass hier ein Naturschutzgebiet mit Betretungsverbot besteht. Warum…. das war für die Teilnehmer hautnah erlebbar. „Orchideen“ – das heißt nicht prachtvolle Riesenexemplare in kitschigen Farben wie im Blumenladen vorzufinden. Heimische Orchideen sind oft geradezu unscheinbar. Oder sie sind wie die braunrote Stendelwurz fast sogar tarnfarben. Wer also ohne Führung das Gebiet betritt, der beeinträchtigt am Ende Orchideen, die vielleicht nur mit wenigen Exemplaren vertreten sind. Weil aber das Interesse ein Gebiet kennen zu lernen nachvollziehbar ist und zudem der alte Satz „man kann nur schützen was man kennt“ gilt, bieten wir fast jährlich eine Führung an.

Diese Führung zeigt nicht nur die seltenen Pflanzen des Gebiets, sondern berichtet auch von Anekdoten und Entwicklungen, von Bestrebungen und Hoffnungen, von Erfolgen und Rückschlägen im Schutz des Gebietes.

Der einschneidenste Rückschlag war sicher die Verdrängung der Beweider, als das Gebiet dem Naturschutz unterstellt wurde. Es war damals ein Fehler zu glauben, dass „unberührte Natur“ am besten ist und man schützenswerte Gebiete dazu sich selber überlässt. „Unberührte Natur“ ist der Bahndamm schon per se nicht. Er ist eine von Menschen geschaffene Kulturlandschaft. Seine Botanik entwickelte sich durch die Bewirtschaftungsform: In alten Zeiten hielten die Ziegen der Bahnwärter die Hänge von Bewuchs frei, der sich andernfalls durch den Funkenflug der Dampfrösser entzünden konnte. Später pflegten Rinderhalter das Gebiet. Seit Aufgabe der Beweidung versuchten engagierte Naturschützer der Biologischen Schutzgemeinschaft die Verbuschung aufzuhalten. So war es auch der mittlerweile leider verstorbene Reinhard Urner, der den jetzigen Beweidern auf den Weg half. Wie oft hat er den Satz „man müsste einen Beweider finden“ geäußert und geduldig erklärt, warum die Freistellung per Hand zwar eine Notlösung ist, die Königsklasse der Beweidung aber noch ganz andere Ergebnisse erzielt. Nicht nur, dass der Tritt der Weidetiere den Boden verletzt, so dass der hauchzarte Samen der Orchideen und anderer seltener Pflanzen überhaupt erst keimen kann. In der Klauenwand, im Klauenspalt und in der Wolle tragen die Schafe zudem Samen und im Fell sogar Heuschrecken von einer Fläche zur anderen. Gerade die kleinen Flächen leiden an genetischer Verarmung, wenn sie nicht mehr von Schafen und Ziegen gepflegt werden.

Das Pflegegebiet des Vereins befindet sich so nach wie vor „in Entwicklung“. Nicht nur, dass die Rotbraune Stendelwurz und die Fliegenragwurz nach Jahren ohne Nachweis in den vergangenen Jahren wieder aufgetreten sind, wir vermuten und hoffen, dass weitere Arten möglich sind. Das liegt eben daran, dass die Beweider auch eine weitere Orchideenfläche in der Pflege haben. Mit anderen Arten. Gut möglich, dass die Schafe etwas hin oder her verschleppen werden. Ebenso gibt es auf dem Ossenberg andere Arten, die durch Windverbreitung einfinden könnten. Hinzu kommt, dass sich in jeder winterlichen Pflegesaison die Fläche vergrößert, da Freiwillige durch händische Freistellung und Baumfällungen die Verbuschung, hier eher Verwaldung, zurück drängen. Gleich Jahresringen konnte man diese Entwicklung bei der heutigen Exkursion erkennen. Unaufhaltsam kommen die lichtliebenden Arten zurück.

Stendelwurz

Zu den Highlights heute gehörten sicher die Fliegenragwurz, aber auch die Türkenbundlilien.

Türkenbundlilie

Letztere haben vom trockenen Frühjahr profitiert. Sie kämpfen in feuchten Jahren mit Schneckenfraß. Bei den Schmetterlingen waren es unzählige Bläulinge, die so im Vorbeifliegen schwer zu bestimmen waren. Dieses Bild zeigt wohl einen Hauhechelbläuling.

Sie haben die heutige Führung verpasst und möchten doch auch mal das Gebiet betreten und kennen lernen? Dann melden Sie sich unter 05502/547071 Die Beweidungssaison beginnt und Helfer sind gesucht. Das ist die Gelegenheit das Gebiet trotz Betretungsverbot kennen zu lernen und gleich tatkräftig mitzuhelfen. Das Material über den Bahndamm tragen, kann jeder, der fit genug ist die Steigung zu bewältigen. Es ist weniger schwer, als eher sperrig. So lässt sich vor Ort erleben, was man im eigenen Garten übrigens nicht überleben könnte! Ausgraben, mitnehmen, Samenkapseln mitnehmen… das ist alles vergebens und zudem verboten. Unsere Orchideen-Diven haben Ansprüche an Boden, Mikroorganismen und Bestäuber, die Sie ihnen nicht bieten können. „Haben“ kann man so etwas nicht – und kann doch mithelfen es zu erhalten. Wir würden uns freuen, wenn wir Sie dafür begeistern könnten.

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Wasserschutzpolizei mit Interesse am Biber

Neu sind Begegnungen mit einem Biber nicht für Polizeihauptkommissar Alexander Lorch, Leiter der Wasserschutzpolizei (WSP) mit Sitz in Kassel. Schon seit mehreren Jahren weiß er um einzelne Tiere im Zuständigkeitsbereich der WSP, der sich von Holzminden an der Weser, Rotenburg an der Fulda bis nach Wanfried an der Werra erstreckt. Erst jüngst wurden er und seine Kollegen gerufen, um einem Biber, der in eine Sackgasse an der Schleuse in Bonaforth geraten war, wieder auf den richtigen Weg zu bringen. Umso mehr lag NABU-Biberberaterin Britta Waldmann daran, mit den Menschen, die in solchen Fällen gerufen werden, in Kontakt zu treten.

Das Treffen diente dem Austausch von Wissen um die Lebensansprüche der Nagetiere, die sich von Kassel kommend, die Fulda entlang, Richtung Hann. Münden einen Weg bahnen. Und als Möglichkeit, in Zukunft als Biberberaterin  durch solche Einsätzen wichtige Erkenntnisse für das Bibermonitoring in unseren Flüssen zu erhalten.IMG_1027

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Erstes Treffen der NAJU Altkreis Münden ein voller Erfolg!

In Zeiten von Artenschwund und globaler Erwärmung entschieden sich am Montag, den 16.04.2018, Studenten und Schüler ab 16 Jahren dazu, endlich selbst etwas zu tun. Die NAJU Altkreis Münden wird, trotz des Namens, in und um Göttingen Naturschutzarbeit verrichten und freut sich über jeden weiteren Teilnehmer! Wir werden in Podiumsdiskussionen die großen Naturschutzfragen unserer Zeit erörtern, uns in Vorträgen und Exkursionen spannenden Themen widmen und selbst in einem vor den Toren Göttingen gelegenem Naturschutzgebiet mit anpacken.NAJU1704

Wer mitmachen will, kann sich an Lena Schumacher wenden: Telefon 05502/547071

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Der Biber kehrt zurück – Vortrag von Biberberaterin Britta Waldmann am 28.4.2018 in Münden

Foto: NABU Fotoclub Harald Ohlsen

Wie keine andere Tierart ist der Biber in der Lage, seinen Lebensraum nach eigenen Vorstellungen zu gestalten. Der Biber gilt als schützenswerte Schlüsselart: Wo er seine Bäume fällt und Wasser staut, entstehen neue Lebensräume für Pflanzen und Tiere. Nach fast 200 Jahren kehrt er in unsere Region zurück. Warum wurde er einst ausgerottet? Was benötigt er, um sich wieder anzusiedeln? Warum kommt es zu Konflikten mit den Menschen? Biberberaterin Britta Waldmann vom NABU Altkreis Münden führt durch den interessanten Abend.

Wo: „Schlosschänke“, Vor der Burg 3-5, 34346 Hann. Münden
Wann: 28. April 2018 um 17 Uhr
Der Vortrag ist kostenfrei, um eine Spende wird gebeten.
Weitere Informationen: 0175/5231486

 

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Gemeinsam macht´s einfach mehr Spaß!

Traditionell findet eine Mitmachaktion im Jahr gemeinsam mit den Kollegen der Biologischen Schutzgemeinschaft Göttingen im Naturschutzgebiet Ossenberg-Fehrenbusch statt. Gemeinsam erreicht man einfach mehr – und es macht auch mehr Spaß! Bei frostigen Temperaturen haben wir viel geschafft – und das mit einer erfreulich großen Helferzahl! Erneut konnte die Fläche vergrößert werden… wir fräsen uns durch wie die Biber 😉

Unser herzliches Dankeschön an alle Helfer!!!

 

Für den NABU Altkreis Münden

Sabine Zwolinksi

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