Von Wölfen und ihren Botschaftern

Vielen ist bereits bekannt, dass es wieder freilebende Wölfe in Deutschland gibt. Aus dem Gebiet der Oberlausitz nahe der polnischen Grenze verlassen die Jungwölfe ihre elterlichen Rudel und ziehen in die Welt hinaus. Viele bleiben aber in Sachsen,  ein anderer Teil verschwindet in Richtung Polen oder zieht Richtung Norddeutschland. Letztes Jahr gab es dann die kleine Überraschung, dass wir auch hier bei uns in Niedersachsen wieder freigeborene Wolfswelpen zu begrüßen haben und zwar auf dem Truppenübungsplatz Munster (Südheide). Auch dieses Jahr gab es in dem Munsteraner Rudel erneut Nachwuchs (sieben Welpen) sowie auch einen Welpen auf dem TÜP Bergen (Südheide). Und nicht nur dort, sondern erstmalig reproduzierte sich auch das Wendländer Rudel mit sechs Welpen. Scheint erst einmal eine Menge zu sein, aber die Sterblichkeit liegt in den ersten 2 Lebensjahren bei ganzen 50%!

Es ist faszinierend, dass es eine Tierart von sich aus schafft sich wieder in ihrer alten Heimat zu etablieren. Keine Auswilderungsprogramme, nein die Wölfe kommen alleine, ohne menschliches Zutun. Vorausgesetzt wir akzeptieren ihre Nachbarschaft, überlassen ihnen wieder ein paar Rehe und Wildschweine  und lehren ihnen, dass sie Schafe nicht ohne Stromschläge erreichen werden.

Im Menschen stecken noch viele Vorurteile und Ängste gegenüber dem Wolf, die es abzubauen gilt. Hier setzt meine Aufgabe als eine von mittlerweilen schon 350 NABU-WolfsbotschafterInnen an: Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben. Mein Schwerpunkt liegt dabei in der Kinder- und Jugendarbeit, sei es durch Vorträge bei NAJU-Gruppen und in Schulklassen, Aktionen zum Thema Wolf in Kindergärten oder Exkursionen zur Spurensuche in den Wald.

Regelmäßige Wolfsbotschaftertreffen halten uns über den aktuellen Stand in der deutschen Wolfsforschung auf dem Laufenden. Letztes Wochenende fand ein Treffen nahe der Lübtheener Heide in Mecklenburg-Vorpommern statt. Ein Schwerpunktthema war das Monitoring. Unter der sachkundigen Leitung von Markus Bathen lernten wir im Gelände vor allem wie schwer es ist, Wolfsspuren von anderen Canidenspuren zu unterscheiden. Etwas einfacher war es da, sich auf den sehr haarigen Wolfskot zu konzentrieren, den wir in allen Altersstufen vorfanden! Sogar ganz ganz frischen!!

Jetzt heißt es für jeden Wolfsbotschafter „Augen auf“  in seiner Heimat, denn es bleibt spannend, wohin sich die Wölfe weiter ausbreiten werden. Fakt ist, dass sie mit Eintritt der Geschlechtsreife im Alter von 1 ½ bis 2 Jahren das elterliche Rudel verlassen und sich dann ein eigenes Revier suchen. Vielleicht findet ja auch nächstes Jahr einer der niedersächsischen Jungwölfe den Weg zu uns nach Südniedersachsen!

Weitere Infos über die Tätigkeiten eines „Wobos“ auf der Internetseite des NABU
www.nabu.de/aktionenundprojekte/wolf/helfen/11785.html
www.nabu.de/aktionenundprojekte/wolf/helfen/15383.html
Weitere Infos über die Wölfe folgen ab jetzt regelmäßig auf dieser Seite.

Christiane Schröter-Kunze

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Über frauenschuh

Schaf- und Ziegenhalterin, 1. Vorsitzende NABU Dassel-Einbeck, Beiratsmitglied NABU Altkreis Münden, Apothekerin. Motto? Wir haben nur dieses eine Leben! Dieses eine, wunderbare Leben!!!
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