101 Jahre NABU Altkreis Münden e. V. – Ein ungewöhnliches Datum und eine erfolgreiche Feier!

101 Jahre NABU Altkreis Münden e. V.  – Ein ungewöhnliches Datum und eine erfolgreiche Feier!

Endlich mal wieder im größeren Rahmen zusammenkommen und zeigen, dass wir nicht von der Bildfläche verschwunden sind, das war einer der Wünsche zu der Abendveranstaltung am 25.11.2013.  Noch vor einem Jahr sah es so aus, dass die Rundumerneuerung der Ortsgruppe scheitern könnte, wollte  sich doch keiner durchringen, in die Vorstandsarbeit einzusteigen. So hätte im Jahr 2012 auch das Ende einer Ortsgruppe 100 Jahre nach ihrer Gründung eintreten können.  Ein Grund, der nicht zum feiern ermutigte.

Im Mai 2013 konnte dann ein neuer Vorstand gewählt werden, der in einem halben Jahr schon deutliche Akzente gesetzt hat, davon konnten sich rund 50 Gäste überzeugen.

Schon beim Eintritt in den großzügigen Saal  des Gasthauses  „Zur Brücke“ waren mehrere Tische mit Material der NAJU-Gruppe, der Vogelpflegestation von Elke Kröhl, unserer Wolfsbotschafterin Christiane Schröter-Kunze und unseren Neumitgliedern Barbara Hermanowski und Hermann Dreyer zu sehen. An ihrem Haus in Hedemünden zeigen sie, dass Schwalben sehr willkommen sind.

Die NAJU – Man kann nicht früh genug anfangen, für den Naturschutz zu werben!

Der erste Teil des Abends galt den NAJU-Gruppen. Sabine Schumacher zeigte auf, dass es wichtig ist, mit der Umweltbildung bei den Kindern einzusetzen, denn (leider) kommen diese Aspekte in der normalen Schulbildung nur noch unzureichend zur Geltung. Viele Kinder verbringen ihre Zeiten in virtuellen Räumen am Computer oder I-Phone. In der NAJU geht es um „Echtbetrieb“ ,echtes Anfassen, eigenes Erleben und Begreifen. Mit Christiane Schröter-Kunze konnten eine ganze Anzahl von Veranstaltungen durchgeführt werden. An Themen herrscht kein Mangel. Sowohl in Dransfeld als auch in Münden gibt es NAJU-Gruppenarbeit und das kostenlos, weil wir kein Kind von der Teilnahme ausschließen wollen. Sabine Schumachers Beitrag brachte viel Beifall.

Der NABU – Eine Erfolgsgeschichte in der sich 540.000 Mitbürger für den Naturschutz einsetzen!

Dr. Holger Buschmann, Vorsitzender des NABU Niedersachsen,  ließ es sich nicht nehmen, für diesen Anlass das zweite Mal den NABU Münden in diesem Jahr zu besuchen.  Es war kein einfaches Grußwort, er stellte vielmehr eine Bilanz des NABU vor, die zeigt, dass sich der Einsatz lohnt, aber auch, dass viele Probleme noch vor uns liegen. Deutschland hat sich schon  seit vielen Jahren aus einer Vorreiterrolle im Naturschutz verabschiedet. Wenn es um die Ausweisung von Schutzgebieten geht, von Standards in Naturschutzgesetzen, dann ist Deutschland Bremser in der Europäischen Union und im Ländervergleich stellt Niedersachsen das Schlusslicht dar. Nach den diesjährigen Wahlen in Niedersachsen gelang es, viele Forderungen des NABU im Regierungsprogramm einfließen zu lassen, wir müssen gemeinsam darauf achten, dass dieses nicht nur Absichtserklärungen sind.  Wie wichtig die Mitgliedschaft jedes Einzelnen ist, machte Buschmann dadurch deutlich, dass die Politik nicht immer sachorientiert entscheidet, sondern nach der Zahl der Mitglieder die hinter einem Verein stehen bewertet. Da ist der NABU mitgliederreicher als alle Parteien in Niedersachsen, nur so wird man als Verhandlungspartner ernst genommen.

Ehre wem Ehre gebührt!

Nachdem im Mai 2013 ein neuer Vorstand gewählt wurde, sollten die bisherigen Träger der Vereinsarbeit für Ihr Engagement geehrt werden. Ohne den Einsatz von Herbert Braun, Bernd Schäfer und Heinz Habersetzer wäre die Vereinsarbeit in den letzten Jahrzehnten nicht denkbar gewesen.

Diese Feier bot einen guten Anlass, Ehrungen vom Landesvorsitzenden und dem neuen Vorstand des NABU entgegen zu nehmen.  Alle drei baten aus Alters- und Gesundheitsgründen um die Entlassung aus den Vorstandspflichten, dennoch bleibt zu hoffen, dass sie mit Rat und Tat dem Verein weiterhin treu  bleiben.

Herbert Braun erhielt aus der Hand des Landesvorsitzenden die Silberne Ehrennadel des NABU. Er war als Pressewart und Schriftführer des NABU tätig. Herbert Braun war immer in der Abstimmung im Vorstand konstruktiv und verlässlich.

Holger Buschmann hielt dann für Heinz Habersetzer auch noch eine Goldene Ehrennadel bereit. Eine nicht alltägliche Auszeichnung. Heinz Habersetzer ließ sich schon Mitte der 1950er Jahre in den von Heinrich Thielbörger geleiteten Bund für Vogelschutz einbinden. Es war die Zeit, in der die letzten Wanderfalken aus unserer Region durch menschliche Vergrämung und das Insektizid DDT verschwanden. Er bewachte die damals letzten Horste, er wurde erfahrener Vogelbeobachter und brachte und bringt sein umfangreiches Wissen in Exkursionen unzähligen Teilnehmern nahe. Er war über viele Jahre Vorstandstätigkeit in den Gruppen Göttingen und Münden eine wichtige Stütze.

101JahrfeierJubilare

Die vorgesehene Ehrung für Bernd Schäfer, ebenfalls seit Mitte der 1950er Jahre im Verein und davon an die fünfzig Jahre Kassenwart, musste leider krankheitsbedingt auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden.

 

101 Jahre NABU Altkreis Münden – Eine Spurensuche

Stefan Schäfer übernahm dann den Teil, auf die wechselhafte Geschichte der Ortsgruppe Altkreis Münden einzugehen. Leider sind viele Unterlagen der Gruppe im Laufe der Jahrzehnte nicht erhalten worden. Eine enge Verbindung zur Forstlichen Hochschule in Münden führte zu einer der frühesten Gruppengründungen im heutigen Niedersachsen. Die Gruppe bildete sich ganz im Stile des von Lina Hähnle und ihrem Sohn Hermann Hähnle geprägten Vereins aus. Lina Hähnle gründete 1899 den Bund für Vogelschutz aus dem über den Reichsbund für Vogelschutz und dem Deutschen Bund für Vogelschutz schließlich 1990 der NABU werden sollte. Natürlich gelang es nicht, alle Facetten der Naturschutzarbeit aufzuzeigen. Am Beispiel des Raufusskauzes und der nimmermüden Arbeit der Gebrüder Hochrath, die sich von der Wiederausbreitung dieser Eulenart und der ersten nachgewiesenen Brut im Kaufunger Wald dieser Eulenart im Jahre 1965 widmen, wird deutlich, wie leidenschaftlich Naturschutzarbeit ausgeführt werden kann. Heinz Habersetzer und die Wanderfalken, das wäre eine weitere  zu nennende innige Beziehung von Mensch und Tier in dieser Region. Leider konnte sich Elke Kröhl für ihre Leistungen bei der Aufzucht von verwaisten Jungvögeln und von aufgefundenen verletzten Vögeln  nicht den verdienten Applaus abholen, sie war leider an diesem Abend häuslich gebunden. Auch wenn der Vortrag nur eine Grobskizze der Arbeit sein konnte, so zeigte er doch eindrucksvoll auf, welche Facetten die Naturschutzarbeit hat und welche Schwierigkeiten letztlich überwunden werden konnten. Ein wichtiges Anliegen war, dass das Wort  Verein von vereinigen kommt. Wir sind so gut wie unsere Mitglieder, da hat es in der Vergangenheit viele Persönlichkeiten gegeben.

NABU Dransfeld und Münden – gemeinsam doppelt stark!

Werner Rohlmann vom NABU Dransfeld ist passionierter Naturfilmer. Es gelangen ihm, viele interessante Sequenzen der Naturschutzarbeit festzuhalten. Warum diese nicht zu einem Film zusammenstellen? Im Mittelpunkt des ca. 20 minütigen Portraits stand die Arbeit der NABU Gruppen Dransfeld und Münden, die harmonisch kooperieren.  Gezeigt wurden u. a. die  Kopfweidenpflege, der Krötenzaunbau,  das Niemeprojekt mitsamt der Gestaltung von Lebensräumen durch Flächenankauf, der Schutz des Wanderfalken oder das Projekt „Großhöhlenbrüter“ im Kaufunger Wald. In dem von Dr. Jürgen Endres kommentierten Beitrag spiegelt sich hervorragend, was Naturschutzarbeit in unserer Region vermag und welches  Arbeitspensum bewerkstelligt wird.

Kurzum, es war ein Abend, der hoffentlich allen Beteiligten Freude bereitet hat und der Ansporn sein wird, auch 2014 wieder aktiv für die Natur zu werden.

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Über frauenschuh

Schaf- und Ziegenhalterin, 1. Vorsitzende NABU Dassel-Einbeck, 2. Vorsitzende NABU Altkreis Münden, Apothekerin. Motto? Wir haben nur dieses eine Leben! Dieses eine, wunderbare Leben!!!
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