Rückblick auf den Pflegeeinsatz im Januar

Ehemalige Sandgruben Volkmarshausen – Anpacken für den Amphibienschutz

Nach einigen Jahren Pause startete der NABU Altkreis Münden wieder mit der Pflege des Biotops in den ehemaligen Volkmarshäuser Sandgruben. Nachdem der Sandabbau seit über 35 Jahren ruht und anschließend weite Bereiche der Grube mit Erde wieder verfüllt wurden, war es an der Zeit, die kleinen Wasserflächen vor dem kompletten Zuwachsen wieder freizustellen. Verschattung, zu starker Laubeintrag würde die lediglich vom Regenwasser gespeisten Himmelsteiche schnell zu einem stinkenden Loch werden lassen.

Kreuzkröte und Gelbbauchunke waren einst hier zuhause. Wie reichhaltig die Amphibienfauna noch ist, soll in diesem Frühjahr festgestellt werden. Doch zunächst hatte die Motorsäge das Sagen: junger Aufwuchs, der seit der letzten Pflegemaßnahme vor rund 8 Jahren wieder ausgeschlagen war, wurde beseitigt.

Einige Weiden wurden erneut geköpft, so entstehen Kopfweiden, wie sie früher bei der intensiven Nutzung der Wieden (Weidenäste) für Flechtwerk an Fachwerkhäusern und Zäunen aber auch für Korbwaren unverzichtbar waren. Als Lebensraum sind sie für viele Tierarten unverzichtbar. Ihre besondere Schnittform bereichert das Landschaftsbild.

Früher war auf den sonnigen Hängen der Sandgrube auch die Zauneidechse ein nicht seltener Gast. Ein Bereich, auf dem noch die spärlichen Reste der Heide blühten, wurde freigeschnitten. Wenn die exponiert liegenden Steine wieder von der Sonne erwärmt werden, könnte es ja wieder mit den flinken Eidechsen hier klappen.

Lernort für die NAJU

Vier unserer insgesamt 11 Helfer gehören der Naturschutzjugend an.

Sie packten ordentlich an und waren auch von dem interessanten Gelände kaum wegzubewegen.

Fast so wie der Schreiber dieser Zeilen, der als 10jähriger 1977 dieses Gelände durchstreifte. Was sich in diesem Frühjahr an den Himmelsteichen tut, wird sicherlich von unseren jungen Naturfreunden beobachtet. Auch wollen wir in diesem Frühjahr feststellen, wie die Gewässerqualität zwischen den drei Teichen schwanken wird. Ein Teich ist nahezu komplett freigestellt worden. Ein  zweiter Teich ist zur Hälfte freigestellt, während der dritte sicherlich mit dem Austreiben der Blätter fast keinen Sonnenstrahl erreichen wird.  Er wird hoffentlich im kommenden Jahreswechsel  freigestellt werden können.

Das Schneiden der Bäume ist die eine Sache, das Entfernen des Schnittgutes eine Andere. Mit der Aufschichtung von Reisighaufen schaffen wir Versteckmöglichkeiten auf der Fläche. Größere Stammstücke wurden zu  Stapeln geschichtet. Der rasche Zerfall des Weiden- und Pappelholzes ist an den alten Stapeln ablesbar. Ein Refugium für Pilze. Mit einigen Knüppeln wird sich sicherlich das Eine oder Andere bauen lassen, sei es nur der Knüppeldamm, der einem trockenen Fußes durch das Gelände schreiten lässt.

Im Namen der Amphibien, aber auch aller anderer Arten, die von der Maßnahme profitieren sagt der NABU danke den 7 erwachsenen und 4 jugendlichen Helfern. Richtig  Glück hatten wir ja mit dem Wetter, denn nur wenige Stunden später holte uns der Winter ein.
Stefan Schäfer

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