Zukunftstag 2014 – wir waren dabei

11 Jugendliche (dem 12., der gestern erkrankte wünschen wir gute Besserung!!!) verbrachten heute einen gewiss nicht alltäglichen Zukunftstag zum Thema Schäferei!

Als erstes widmeten wir uns den Basics: Welche Ausbildung, was umfasst das Berufsbild, welche Verdienstmöglichkeiten gibt es. Das gehört zum Zukunftstag schließlich dazu. Er soll ja Einblick in einen Beruf bieten. Also arbeiteten wir uns über die verschiedenen Schafrassen, die Woll- und Fleischvermarktung, die Schur, die Klauenpflege und die Lammzeit in das Thema ein. Nur wären wir natürlich nicht vom NABU, würden wir darüber hinaus dem Tag nicht noch den ökologischen Zusammenhängen widmen… Und die sind mal so richtig spannend. Warum Schafbeweidung ganz seltenen Pflanzen und Tieren nützt ist für den Laien auf den ersten Blick häufig gar nicht so erkennbar. Aber auch ganze Landschaftsformen sind durch die Weidetiere erst entstanden. Auch Deiche werden mit Schafen gepflegt, weil ihr Tritt den Deich festigt und sie den Aufwuchs ohne das immense Eigengewicht von Maschinen verhindern.

Wir haben uns aber nicht nur theoretisch dem Thema genähert… ganz praktisch ging es auch raus zu den Tieren. Begonnen haben wir mit Liese und Lotte, meinen beiden Burenziegen. Ziegen haben eine erstaunlich weiche Unterwolle! Im Frühjahr verlieren sie dieses Winterfell und überall am Pappelaufwuchs hängen lustige kleine weiße Fähnchen – trotz Bürste 😉 Liese ließ sich von uns die Klauen schneiden. Die Kinder stellten fest, dass Horn ein eigenartiges Material ist. Hart und doch irgendwie flexibel. Zwei Jungen setzten sogar selbst die Schere an und gewannen die Erkenntnis, dass das einfacher aussieht, als getan ist… Mein Dank geht hier an Lena, die routiniert meine 65 kg Ziege gehalten hat. Lena ist darin mittlerweile mit reichlich Erfahrung versehen. Im Winter haben wir teilweise alle 2 Wochen geschnitten, weil auf deren Überwinterungsfläche ( um Missverständnissen vorzubeugen: Die Überwinterungsfläche samt Stall der Ziegen liegt in der Nähe von Ossenfeld) lästige kleine Steinchen liegen, die sich gerne in die Klauen setzen.

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Wir wechselten danach zu den mittlerweile 17 Schafen und Lämmern. Auch dort wurde einem Schaf die Klauen geschnitten (deutlich kleinere, weil Skudde) Ein Lamm konnte von allen einmal angefasst werden um im wahrsten Sinne des Wortes Wolle begreifen zu können. Fettig fühlt sich das an. Das gute Lanolin sorgt dafür, dass die Wollies wetterfest sind. Wir haben gemeinsam den Akku geprüft, den Aufbau eines E-Zauns ergründet und mal gedanklich durchgespielt, was so jeden Tag zu tun ist. Teilweise auch mehrfach, weil tolpatschige kleine Lämmer durch ihr Wasserschüsselchen trampeln…
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Den Abschluss bildete ein gemeinsames Essen von Brot und Käse (natürlich nicht von meinen Tieren 😉 ). Der Käse war selbstredend stilecht aus Schaf- bzw. Ziegenmilch hergestellt worden. Auch Joghurt gab es zu probieren. Die Jugendlichen langten eifrig zu – klar 😉 Bewegung an der frischen Luft macht hungrig!

Gerne hätte ich auch Wurst gereicht. Doch die Verkäuferin setzte mit davon in Kenntnis, dass es die nur an Feiertagen zu kaufen gäbe. Woraufhin Janice meinte: Ja und? Heute ist doch Feiertag!

SabineMinette

😉 Dieser Einschätzung darf ich mich anschließen. Ich habe den Tag mit Euch sehr genossen! Es hat ganz viel Spaß gemacht und gerne werde ich am Zukunftstag wieder teilnehmen.

Sabine Schumacher

Jugendgruppenleiterin im NABU Dransfeld und NABU Münden

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Über frauenschuh

Schaf- und Ziegenhalterin, 1. Vorsitzende NABU Dassel-Einbeck, 2. Vorsitzende NABU Altkreis Münden, Apothekerin. Motto? Wir haben nur dieses eine Leben! Dieses eine, wunderbare Leben!!!
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