Er ist wieder da! Der Biber an der Werra…

Seit kurzem ist er wieder da: Der Biber an der Werra. Lange galt er als ausgestorben. Schutz und Auswilderung haben schließlich zu seiner erneuten Besiedelung auch bei uns geführt. Aber warum war er eigentlich verschwunden?

Manche Gründe waren geradezu bizarr. Auch weil das Nagetier Biber einen Großteil seines Lebens im Wasser verbringt, galt er früher als Fisch. Wer auf die Idee kam, den schuppigen Schwanz des Bibers dafür als Beweis zu nehmen? Es scheint ein Jesuitenpater gewesen zu sein, der hier praktisch und vielleicht auch etwas listig dachte. Als Katholik hat man in der früher viel längeren Fastenzeit kein Fleisch, maximal Fisch gegessen. Praktisch, wenn so ein 20-30 kg schwerer und zudem schmackhafter Nager da als Fisch galt. Und wem die Gelenke weh taten… der nahm Bibergeil, ein Sekret des Bibers. Das hat sogar geholfen. Allerdings wegen des Salicylsäuregehaltes und da würde man genauso gut Weidenrindentee trinken können, bzw. heutzutage die verträglichere Acetylsalicylsäure als Tablette verwenden. Ebenso fremd ist heutzutage die damalige große Nachfrage nach dem Biberpelz. Ein anderer Aspekt der Biberverfolgung und damit der dramatischen Reduzierung des Bestandes indes… ist zeitlos ein Konfliktpunkt geblieben. Das ist die kreative Bautätigkeit des Bibers. Es ist nachvollziehbar, dass seine ökologisch so wertvolle Bedeutsamkeit der Umgestaltung zu Differenzen mit anderen Interessen führen kann. Wie so häufig gilt es zu vermitteln. Und das kann am besten ein Biberberater.

 

Was macht der? Nun, er berät Betroffene bei Konflikten und zeigt geeignete Maßnahmen um Schäden zu verhindern. Er kartiert die Biberbestände und vermittelt Wissen über die Lebensweise des Bibers bei Exkursionen und Vorträgen. Er ist Ansprechpartner für die örtliche Presse. Nur… haben wir derzeit keinen Biberberater in Münden. Der NABU bildet Interessierte in gewissen Abständen aus. Ich hoffe sehr, dass sich auch bei uns Ehrenamtler finden, die sich diesem ökologisch sehr bedeutsamen Tier annehmen. Sie wollen sich gerne engagieren? Dazu können Sie gerne Kontakt mit uns aufnehmen.

 

Sabine Schumacher, 2. Vorsitzende NABU Altkreis Münden

Tel: 05541/9993242 (Nachricht auf dem AB hinterlassen, ich rufe zurück)

 

 

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Über frauenschuh

Schaf- und Ziegenhalterin, 1. Vorsitzende NABU Dassel-Einbeck, 2. Vorsitzende NABU Altkreis Münden, Apothekerin. Motto? Wir haben nur dieses eine Leben! Dieses eine, wunderbare Leben!!!
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