der gemeine Holzbock – auch Zecke genannt…

Dieses Jahr merke ich in meinem beruflichen Alltag, dass wir ein Zecken-reiches Jahr haben. Sogar in der Stadt. Und wenn ich es mal humorvoll anmerken darf: Der Städter im allgemeinen scheint sich zunehmend von der Natur abzukoppeln. Mit jeder Zecke gleich zum Arzt zu rennen… ist in unserer Gegend doch etwas oversized. Man kann die tatsächlich selber mit z.B. einer Zeckenkarte entfernen und ich persönlich täte das Tierchen lieber flott ziehen, anstatt ihr beim Arzt noch Gelegenheit zu geben im Wartezimmer ein blutiges Trinkfest an meinem Bein zu genießen. Um so größer ist dann nämlich die Wahrscheinlichkeit, dass sie Krankheitserreger in meinen Organismus befördert. Wenn sich in Folge Symptome zeigen… ist der Gang zum Arzt zweifelsohne unerlässlich. Nur… die kann der Arzt zum Zeitpunkt, in der die Zecke noch im Patienten steckt gar nicht erkennen.

Sei es drum. Anstatt hier aber einen langen Monolog über Vorsichtsmaßnahmen und Risiken zu halten, würde ich gerne eine sehr ungewöhnliche Studie zitieren wollen, die im Auftrag der Landesstiftung Baden-Württemberg durchgeführt wurde (Herausgelesen aus der Broschüre „Prävention Lyme-Borreliose“) . In der Studie ging es darum, wie sich Zecken mit Borrelien infizieren. Was daneben entdeckt wurde… ist ausgesprochen spannend:

Ein gutes Müllmanagement senkt den Durchseuchungsgrad der Nager (sprich Mäuse und Ratten) mit Borrelien. Damit auch den der Zecken.

Auf Ziegen- und Rinderweiden kommen im Vergleich zu unbeweideten Flächen a) deutlich weniger Zecken vor und b) ist von den Zecken wiederum ein deutlich geringerer Anteil infiziert. Und warum… wird auch gleich genannt: Wiederkäuer können die Borrelien nicht aufnehmen. Und noch besser: Eine infizierte Zecke verliert durch das Saugen an einem Wiederkäuer ihre eigene Infektiosität.

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Was ziehen wir daraus für Schlüsse: Müll? Müll gehört nicht in die Landschaft. Das weiß jeder. Aber nicht jeder hält sich dran. Vorsicht, die Natur könnte zurück schlagen. Nicht, dass sich einer beim illegalen Müllentsorgen so einen gemeinen Holzbock vom Gras streift und mit nach Hause nimmt…

Beweidungen durch Schafe und Ziegen? 😉 Da können unsere Weidetiere nur der bewusste Tropfen auf den heißen Stein sein. Nein, wichtiger wäre es hier, dass die  Nichtvegetarier unter uns darauf achten woher das Fleisch ihrer Nahrung stammt. Massentierhaltung macht zwar das Fleisch billig. Aber nützlich… ist sie für die Natur in keinster Weise. Natürlich hat Weidetierfleisch seinen Preis. Aber starten sie doch einfach mal damit auf die Suche zu gehen…. wo bekomme ich das überhaupt noch? Und kann ich nicht doch öfter mal diese Tierhalter unterstützen, damit auch das landschaftsprägende Bild von Weidetieren in der Landschaft nebst allen anderen positiven Effekten erhalten bleibt? (Anmerkung: Ich habe nur Eigenverwertung, keinerlei Verkauf, also keine Werbung 😉 )

Nur mal aus dem Nähkästchen… wo Weidetiere sind, sind auch Fliegen. Wo Fliegen und andere Pflagegeister sind, sind auch Schwalben und Amphibien. Wo Amphibien sind…. jeder kennt doch Nahrungsketten. Wenn man ganz unten die Basis entzieht, dann kann man noch so hübsche Landschaften inszenieren. Sie werden nur tote Kulisse sein. Der Austausch von Pflanzensamen über das Tierfell, die Trittverletzung der Grasnarbe, die selbige Pflanzen überhaupt wieder auskeimen lässt… es gibt so viele ökologische Gründe, warum Weidetierhaltung wichtig ist.

Der gemeine Holzbock… dessen Folgen sind eben auch um so gemeiner (auch wenn das Wort eigentlich von allgemein kommt), je weniger Wiederkäuer auf den Weiden sind.

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Über frauenschuh

Schaf- und Ziegenhalterin, 1. Vorsitzende NABU Dassel-Einbeck, 2. Vorsitzende NABU Altkreis Münden, Apothekerin. Motto? Wir haben nur dieses eine Leben! Dieses eine, wunderbare Leben!!!
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