Unsere Biberexpertin im Interview

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Überzeugt davon, dass die Biber früher oder später aus Kassel kommend durch die Fulda in Richtung Hann. Münden zuwandern werden,  machte sich unsere  Biberberaterin Britta Waldmann Mitte Februar mit dem zuständigen Sachbearbeiter der Oberen Naturschutzbehörde  im Regierungspräsidium Kassel, Axel Krügener, auf den Weg in das Biberrevier an den „Waldauer Kiesteichen“ und schoss eindrucksvolle Fotos der Fraßspuren.
Auch in der Presse fanden die jüngsten Fraßspuren im Kasseler Biberrevier Beachtung und Britta Waldmann wurde um eine Einschätzung gebeten. Anbei das hierzu mit ihr geführte Interview aus der Hessischen/Niedersächsischen Allgemeinen (HNA), Ausgabe Kassel, vom 25./26. Februar 2017:

Was genau macht eine Biberberaterin?
Britta Waldmann: Das kann von Region zu Region unterschiedlich sein. Für mich steht im südniedersächsischen und nordhessischen Bereich das Erfassen von Bibervorkommen und die Öffentlichkeitsarbeit, gerade auch in Kindergärten und Schulen, im Vordergrund.
In Bayern sieht das anders aus. Da ist die Biberpopulation mit 20 000 Tieren so groß, dass es dort zu Problemen in der Kulturlandschaft kommt. Dort gibt es ein hauptamtliches Bibermanagement, das bemüht ist, die Konflikte zu lösen oder im Zweifelsfall auch für das Töten einzelner Tiere zu sorgen.

Aber der Biber ist doch streng geschützt.
Waldmann: Richtig, doch in Bayern gibt es seit einigen Jahren Ausnahmegenehmigungen. 2015 wurden insgesamt 1400 Tiere erlegt.

Was ist jetzt wichtig, um den Biberbestand an den Waldauer Kiesteichen zu erhalten?Waldmann: Das Biberrevier liegt in einem Naturschutzgebiet, zu dem kein öffentlicher Zugang besteht. Wenn man den Biber jetzt in Ruhe einfach machen lässt, sichert das am ehesten den Bestand.

Warum ist der Biber so schützenswert?
Waldmann: Der Biber ist eine Schlüsselart. Durch die aktive Umgestaltung seines Lebensraumes sorgt er für eine größere Artenvielfalt.

Wie genau fördert er mit seiner Aktivität den Umweltschutz?
Waldmann: Indem er durch seine Staudämme Wiesen überflutet. In diesen Feuchtwiesen gedeihen selten gewordene Pflanzen, diese wiederum ziehen neue Insektenarten an usw. Seine Dämme filtern das Wasser und fördern so die Gewässerreinigung, was für einzelne Fischarten von Bedeutung ist. Durch das Bäumefällen verjüngt er den Gehölzbestand und erhöht den Totholzanteil. So schafft er Lebensraum für Insekten und Mikroorganismen.

Was kann ich tun, wenn ich Nagespuren oder andere Hinweise auf einen Biber gefunden habe?
Waldmann: Am besten ist es die zuständige Behörde, meistens ist das die Untere  Naturschutzbehörde, zu informieren.(bon, HNA vom 25./26.02.1017)

Kontakt: brittawaldmann@web.de

Den vollständigen Artikel aus der Hessischen/Niedersächsischen Allgemeinen vom 25.02.2017 finden Sie hier:

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Über yukulele1

Biberberaterin und Vorstandsmitglied im NABU Altkreis Münden.
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